Wie erkenne ich ob mein Mac einen Virus hat?

Sie haben auf Ihrem Mac eine Phishing Mail erhalten und auf den Anhang geklickt – ist Ihr Mac nun infiziert? Lautet die Endung des Anhangs auf .exe? Dann können Sie diese Windows-Installationsdatei getrost in die Tonne treten und müssen nicht befürchten, dass Ihr Mac von einem Virus infiziert ist. Denn es gibt auch Ende 2017 immer noch keinen einzigen Virus für Mac.

Möglicherweise denken Sie nun: „Na gut – es gibt zwar keine Viren für Mac, aber Trojaner gibt es ja doch!“. Zugegeben: während klassische Viren für OS X noch nicht existieren (genauer gesagt: sich selbst installierende Programme, die sich automatisch weiterverbreiten) gibt es eine Handvoll Trojaner und andere Schadprogramme für Mac. Im Dezember 2015 existierten genau 51 Schadprogramme für OS X – und obendrein sind einige davon eine dreiste Erfindung der Hersteller von Virenschutzsoftware. 51 Schadprogramme für OS X sind ziemlich genau ein Millionstel der aktuell für Windows existierenden Schadprogramme. Die Gefahr, dass Sie einen Trojaner oder etwas ähnliches auf Ihrem OS X-Rechner haben, ist also ziemlich gering. Alle Schadprogramme für OS X haben gemeinsam:

  • die Installation des Schadprogramms muss von Hand gestartet werden
  • ein Administrator-Kennwort wird während der Installation abgefragt

Deshalb sollten Sie grundsätzlich vorsichtig sein, wenn Ihr Mac nach einem Admin-Kennwort fragt. Besser wäre es aber, wenn Sie nicht dauerhaft mit einem Administrator-Benutzer arbeiten, damit Sie gar nicht in die Verlegenheit dazu kommen. Noch besser wäre die Beachtung unserer 10 Sicherheitstipps für Mac.

quoteAber mein Mac verhält sich seltsam, blendet ständig Werbung ein und es öffnen sich ständig weitere Fenster!

Falls der unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass Sie tatsächlich einen Trojaner auf ihrem Mac haben, dann werden Sie es ganz sicher nicht bemerken. Trojaner und andere Schadprogramme tun alles dafür, um unentdeckt zu bleiben. Schadprogramme wollen nicht auffallen durch willkürliche aufpoppende Fenster und andere platte Gemeinheiten. Die Zeiten, in denen Schadsoftware offensichtlich seltsame Dinge tut, sind längst vorbei. Heutige Schadprogramme verrichten ihre Arbeit still und leise, erzeugen keine zusätzliche Last und tarnen sich sehr erfolgreich. Einblendung von Werbefenstern ist ein Zeichen von AdWare auf Ihrem Mac.

quoteAber bei meinem Mac geschehen lauter seltsame Dinge!

Was haben Sie denn installiert, kurz bevor diese seltsamen Dinge begonnen haben? Wann begannen die Auffälligkeiten, was wurde zuvor geändert? Haben Sie sich Software von Softonic.com geladen? Hat sich Ihre Start- oder Suchseite in Firefox oder Safari von selbst umgestellt? Blendet ihr Browser massig Werbefenster ein? Dann haben Sie vermutlich Adware auf Ihrem Rechner installiert. In diesem Fall sollten Sie sich die Reinigungs-Software Malwarebytes Anti-Malware for Mac von Malwarebytes (ehem. The Safe Mac) installieren und dieses Zeug entfernen.

quoteMein Mac meldet immer wieder, die Sicherheit sei gefährdet!

Das klingt sehr nach der angeblichen Verbesserungs-Software MacKeeper. Vielleicht haben Sie sich durch deren aufdringliche Werbung in die Irre führen lassen und tatsächlich geglaubt, dass Ihr Mac durch MacKeeper schnell wird. Um es kurz zu machen: er wird es nicht. Stattdessen beschädigt MacKeeper Ihr System und tut alles, damit Sie die kostenpflichtige Version kaufen. Bitte lesen Sie unseren ausführlichen Test von MacKeeper und deinstalieren Sie diesen Müll.

quoteAber die Telekom hat mich angeschrieben und mich darauf hingewiesen, dass mein Mac einen Virus hat.

Seien Sie beruhigt: die Telekom hat keine Ahnung von Viren auf dem Mac. Stattdessen sollten Sie durch ein neues, bessseres Mail-Kennwort sicherstellen, dass ihr Mailkonto bei T-Online in Zukunft nicht mehr missbraucht werden kann. Zusätzlich sollten Sie eventuell vorhandene Android-Smartphones und Windows-Computer in Ihrem eigenen Netzwerk prüfen – natürlich auch die virtuellen Windows-Installationen in Parallels oder VMware auf Ihrem Mac.

quoteAlle meine Bekannten erhalten SPAM-Mails von meiner Mailadresse.

Haben Sie schon ihr Mail-Kennwort geändert? Damit können Sie ausschließen, dass jemand nach dem Erraten Ihres Mail-Kennworts weiterhin Ihr Konto mißbraucht. Das ist beliebtes Spiel bei Mail-Konten von GMX, Web.de oder Yahoo. Dort findet der Angreifer auch das Verzeichnis mit den Mailadressen Ihrer Bekannten. Andererseits … das Vortäuschen Ihrer Mailadresse durch Mail-Spoofing ist nicht schwer.

quoteAber meine Kreditkarte wurde missbraucht, Bank und Kripo raten mir, meinen Mac neu aufzusetzen! 

Leider haben Ihre Bank und die Kripo ebenso viel Ahnung von Macs wie die Telekom und benutzen die für Windows-Computer naheliegendste Erklärung. Das trifft auf Macs aber nicht zu. Bitte bedenken Sie, dass Ihre Kreditkarte in jedem Geschäft missbraucht worden sein könnte, das Sie in der Vergangenheit besucht haben. Jeder Online-Handel, bei dem Sie ihre Kreditkarten-Daten jemals angegeben hatten, könnte kompromittiert worden sein. Dadurch ergbit sich logischerweise, dass nicht nur ein einziger Angriffspunkt (Ihr Mac) für den Verlust der Daten in Frage kommt, sondern sehr viele potentielle Angrifspunkte existiern: nämlich alle Läden, in denen Sie Ihre Kreditkarte in der Vergangenheit benutzt haben.

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Aber welche Programme eignen sich zur Prüfung meines Macs auf Viren?

Wenn Ihnen ein Virenschutzprogramm zusätzliche Sicherheit gibt, empfehlen wir Ihnen die Installation von Sophos Anti-Virus für Mac oder Avira Free Antivirus für Mac. Unser Test der Virenschutzprogramme hat gezeigt, dass diese beiden kostenlosen Programme am besten abschneiden. Vermutlich spüren diese Programme einige SPAM- und Phishing-Mails auf. Nach dem Prüfung Ihrer kompletten Festplatte auf Viren empfehlen wir Ihnen, den Virenschutz wieder zu deinstallieren, denn Virenschutzprogramme für Mac verbessern Ihre Sicherheit nicht und richten oft mehr Schaden an als Nutzen.

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Safari meldet, mein Mac sei von einem Virus befallen. Was soll ich tun? 

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Safari blendet plötzlich ein Fenster ein und behauptet, Ihr Mac sei von einem Virus befallen? Lassen Sie sich nicht veräppeln – da will Ihnen jemand einen Schreck einjagen und entweder erreichen, dass Sie an den BKA-Trojaner für Mac glauben oder (vermutlich) dass Sie ScareWare wie z.B. MacKeeper installieren. Seien Sie versichert: Sie brauchen beides nicht. Stattdessen sollten Sie Ihren Browser zurücksetzen im Menü Safari > Verlauf- und Websitedaten löschen. Mehr ist nicht notwendig … höchstens, dass Sie künftig die betreffende WebSite meiden und diesen Unfug dem WebSite-Anbieter melden.

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Tipps

Vergessen Sie Virenschutzprogramme.
Während täglich (!) mehr als 400.000 neue Schadprogramme für Windows erscheinen, tauchten für Mac OS X seit 2001 insgesamt ca. 65 Schadprogramme auf. Ich gestehe, dass ich Ende 2015 aufgehört habe, mitzuzählen, das wurde mir zu langweilig. Selbst wenn es aktuell 100 Schadprogramme für Mac gäbe – diese  Zahlen zeigen ziemlich klar, dass das Gefährdungspotiential des Macs um den Faktur mehrere Millionen mal geringer ist als bei Windows.

Virenschutzprogramme sind das Schlangenöl der Computerbranche.
Manchen Leute hilft es, da diese Programme einen Gewinn an Sicherheit vorgaukeln. Messen lassen sich nur Performanceverlust, Falschmeldungen, Kosten und Sicherheitsprobleme, die durch Virenschutzprogramme geschaffen werden.

Erst denken, dann klicken.
Ihr Browser meldet, der Mac sei von Viren befallen? Optimierungsprogramme und Cleaner-Software behaupten, ihren Mac besser, sicherer und schneller machen zu können? Stattdessen schaffen diese Programme erst die Probleme und erleichtern Ihren Geldbeutel direkt (durch Abo-Kosten) oder indirekt (durch einen lahmgelegten Mac).
Denken hilft. Und bitte nicht vergessen: wenn etwas kostenlos ist im Internet, dann sind Sie selbst das Produkt.

Beachten Sie die wichtigsten Regeln.
1. Arbeiten Sie nicht dauerhaft als Admin
2. Machen sie Backups
3. Kaffee, Wasser und Orangensaft sind die gefährlichsten Feinde des Macs
4. Aktualisierungen sind Pflicht
5. Keine Software aus Downloadportalen installieren

Unsere 10 Sicherheitstipps für Mac gehen weiter ins Detail, aber mit den obengenannten fünf Grundregeln sind Sie schon mal auf der sicheren Seite.

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